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Die Geburt von Treffpunkt³

 Ein ganz normaler Tag im Herbst 2017. Afi Sika, sie probt im Forum regelmässig mit ihrem Jazz-Trio, und ich sitzen beim Mittagessen in der Unitobler-Mensa. Wir unterhalten uns. Ich erzähle von meiner Arbeit als Hochschulseelsorger: den Workshops, die wir gemeinsam mit Studierenden durchführen, unserem Forums-Zmittag, den meditativen Angeboten, wie uns ein partizipativer Stil wichtig ist und wie ich es als Privileg empfinde mit wachen, jungen Menschen gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. 

„Eine TheaterTanz-Produktion mit Studierenden wäre doch was!“, wirft Afi Sika ein. Neben  Kontrabass-Musikerin hat sich auch eine Ausbildung in Bewegungspädagogik und Komposition. „Ein grosses Projekt! eine tolle Idee!“, finde ich. Aber was könnte der Inhalt des Stückes sein? Wofür liessen sich Studierende begeistern? - „Wir könnten doch den Roman Die Hütte von William Paul Young tanztheatralisch umsetzen? Eine Geschichte von Liebe, Leiden und Gott.“ Die Idee kommt mir – ich staune - wie eine Eingebung, einfach aus dem Bauch raus. Und welche Freude, als Afi Sika sagt, dass sie diese Geschichte kennt. „Das machen wir! Ich suche eine Regisseurin für die Dialogteile“, meint sie. Mir schwindelt etwas über die unangekündigte Geburt dieser grossen Idee.

Der Winter kommt und geht. Und wie es Frühling wird, schreibt mir Afi Sika, sie habe eine tolle Regisseurin gefunden, Silvia Tapis, und ob wir und mal treffen könnten.

Thomas Schüpbach, Theologe und Leiter des Reformierten Forums

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